Wohnzimmer im Freien

Balkon, Garten und Terrasse sind in den Sommermonaten längst fester Bestandteil des Wohnens, selbst wenn es draußen mal wieder kräftig schüttet. Denn dann sorgen beim Blick aus dem Fenster die wetterfesten Möbel mit Designqualitäten für gute Laune.

Übernahmen früher Wintergärten die klassische Funktion, den Wohnraum unter den freien Himmel zu verlegen, sorgen heutzutage die Möbel selbst für ein entspanntes Wohnen in der Sommerbrise. „Der Außenbereich gewinnt als Rückzugsort zum Entspannen und Kraft tanken immer stärker an Bedeutung“, erklärt Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK). Wo noch vor einigen Jahren Stapelstühle, verstellbare Hochlehner und ein Gartentisch aus Plastik zur Standardausstattung vieler Balkons und Terrassen gehörten, befinden sich mittlerweile Relax-Zonen, die der Sofalandschaft oder dem Esszimmer in den Innenräumen locker Konkurrenz machen. Häufig werden – sofern der entsprechende Platz vorhanden ist – zwei Bereiche gestaltet: ein Essplatz mit ausziehbarem Tisch samt komfortablen Stühlen zur Bewirtung von Familie und Gästen sowie eine Lounge mit kuscheligen Sofas oder breiten Sesseln als gemütlicher Ort der Entspannung.

Hightech-Fasern halten problemlos Dauerregen aus

Der große Vorteil: Hightech-Fasern, die sich optisch kaum von natürlichen Materialien unterscheiden, sorgen dafür, dass die Möbel weder beim Regenschauer hektisch reingeschleppt werden müssen noch unter einer hässlichen Plane verschwinden. Die Fasern sind oftmals als Kordelgeflecht verarbeitet und mit Aluminium oder Holz kombiniert. Selbst großformatige Lounge-Sofas und Sessel kommen mit zierlichen Kufenfüßen optisch ganz leicht daher. Doch jedes Sofa ist nur so gemütlich wie seine Polsterung. Im Outdoor-Bereich ist das eine Herausforderung, da die Materialien, inklusive der Kissen, dauerregenerprobt sein müssen. Die Antwort der Industrie sind speziell imprägnierte Stoffe, manche verfügen sogar über belüftete Kedernähte, um Schimmelbildung zu vermeiden. Die Füllung besteht meist aus Polyestermischungen, die sich dem Körper anpassen und nach einem Regenschauer unkompliziert trocknen. Wer über einen Balkon von nur wenigen Quadratmetern verfügt, kann dennoch die perfekte Relax-Zone einrichten. Designer haben schmale Sofas und Sessel erdacht, die in Kombination mit einem niedrigen Tisch gleichzeitig als Essplatz dienen. Low Dining wird dieser Trend genannt, der die Gemütlichkeit von Lounge-Möbeln mit dem Komfort eines niedrigen Esstisches kombiniert.

Leben mit der Sonne, aber ohne Hitzekollaps

Natürlich sind Schatten spendende Markisen oder Sonnenschirme unentbehrlich für eine entspannte Sommerzeit im Freien. Im Sinne einer nachhaltigen Vorgehensweise ist es daher ratsam, auf eine gute Qualität der Stoffe zu achten. Markisen und Sonnenschirme müssen einiges aushalten. Ideal sind sogenannte spinndüsengefärbte Materialien. Die Faser wird während der Produktion durchgefärbt und behält daher auch im Kern ihre Farbe – ein echter Pluspunkt gegenüber Materialien, die nur äußerlich eingefärbt werden.

Auf einem großen Balkon oder im Garten steht der Sonnenschirm in einem Standfuß. Manche Modelle haben zum rückenschonenden Versetzen Rollen, die sich bei Bedarf ausfahren lassen. Sehr elegant und platzsparend ist eine bündig eingelassene Bodenhülse, in die der Sonnenschirm gesteckt wird. Der Nachteil: Der Schattenspender kann nicht verschoben werden.

Auf kleinen Balkons zählt jeder Zentimeter

Ein Standfuß kann schon mal den Platz eines Stuhles beanspruchen. Wenn es eng wird, bietet sich die Montage eines Wandschirms an. Hierbei gibt es zwei Varianten: der sogenannte Vollschirm und der Halbschirm. Der Vollschirm wird an einem Wandarm herausgedreht. Zusätzlich lassen sich einige Modelle mittels eines Verbindungselements je nach Sonnenstand stufenlos neigen. Ist der Durchmesser des Vollschirms zu groß für den Balkon, können Halbschirme die Lösung sein. Sie sehen aus wie mittig halbierte Sonnenschirme und werden direkt an der Wand montiert. Aber Achtung: Wärmegedämmte Fassaden benötigen zur Montage spezielle Dübel, um Kältebrücken zu vermeiden. Für den perfekten Tag im Freien müssen natürlich auch die sommerlichen Zutaten stimmen. An lauen Sommerabenden sorgt ein Windlicht für Stimmung. Aber auch akku- oder solarbetriebene Leuchten erobern die Szene. Damit kann man noch zu später Stunde entspannt im Lieblingsbuch schmökern.

Susanne Speckter

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