Terrassen- und Balkonböden
Ob für den Neubau oder bei der Sanierung – wer einen Belag für den Balkon oder die Terrasse sucht, hat viele Möglichkeiten. Sie reichen von Feinsteinzeugfliesen über Beton- und Natursteinplatten bis zu Holz und Kunststoff.
Ob für den Neubau oder bei der Sanierung – wer einen Belag für den Balkon oder die Terrasse sucht, hat viele Möglichkeiten. Sie reichen von Feinsteinzeugfliesen über Beton- und Natursteinplatten bis zu Holz und Kunststoff.
Wer sich für einen neuen Bodenbelag entscheidet, sollte sich vorab immer die Frage nach der Nutzung stellen: Wird nur ab und zu das Bettzeug auf dem Balkon ausgeschüttelt, oder dient eine mit zahlreichen Blumenkübeln bestückte Dachterrasse im Sommer als zweites Wohnzimmer? Auch die Frage, wie stark Balkon oder Terrasse dem Wetter ausgesetzt sind, spielt bei der Auswahl eine Rolle.
Sinnvoll beraten ist, wer auf die Expertise von Fachhandwerkern setzt. Sie kennen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bodenbeläge sowie deren Lebensdauer. Darüber hinaus verstehen sie die Wichtigkeit eines korrekten Gefälles und einer zuverlässigen Abdichtung. Schließlich gibt es kaum etwas Ärgerlicheres als Wasser, das nicht ordnungsgemäß abfließt und Schäden am Haus verursacht.
Für draußen: Feinsteinzeugfliesen
Feinsteinzeugfliesen sind nach wie vor ein beliebter Bodenbelag für Balkon und Terrasse. Sie überzeugen nicht nur durch eine enorme Vielfalt an Formaten, Farben sowie Holz- und Natursteinoptiken, sondern auch durch ihre geschlossene Oberfläche, die sich besonders gut für den Außenbereich eignet. Ihre Robustheit, Pflegeleichtigkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Flecken machen sie zur idealen Wahl. Bei fachgerechter Verlegung hält dieser Bodenbelag problemlos 20 bis 30 Jahre oder sogar länger.
Besonders wichtig ist die richtige Vorbereitung des Untergrunds. Fliesen mit einer Dicke von 2 Zentimetern werden dabei auf Beton oder Stelzlagern verlegt. Fliesen mit einer Dicke von 3 Zentimetern können darüber hinaus auch auf einem Kiesbett verlegt werden. Wer Fliesen für den Außenbereich wählt, sollte zudem auf ihre Frostbeständigkeit (DIN 10545-12) und die Rutschfestigkeit (Rutschfestigkeitsklassen R11 und höher) achten.
Immer wieder schön: Naturstein- und Betonplatten
Nach wie vor werden auch Natursteinplatten im Außenbereich verlegt. Hier gibt es eine große Auswahl von hellen Kalksteinen bis zu dunklem, hartem Granit. Natursteinplatten sorgen für ein natürliches Aussehen, sind aber vergleichsweise teuer. Auch sie brauchen einen passenden Unterbau.
Damit Naturstein über die nötige Rutschfestigkeit verfügt, sollte er entsprechend bearbeitet sein. In manchen Fällen werden weichere Natursteine für Terrassen auch imprägniert. Besonders widerstandsfähig und pflegeleicht sind Granit oder Gneis. Insbesondere auf Terrassen finden sich nach wie vor Betonplatten. Auch sie gibt es in verschiedenen Farbtönen und Größen. Sie sind langlebig und bedürfen eines soliden Unterbaus.
Gute Idee: Thermisch behandelte Hölzer
Eine weitere Möglichkeit für einen Bodenbelag auf dem Balkon oder der Terrasse ist Holz. Ganz wichtig ist hier ein stabiler und ausreichend hoher Unterbau für eine gute Luftzirkulation und das nötige Gefälle, damit Wasser gut abfließen kann. Werden tropische Hölzer genutzt, sollten sie aus nachweisbar nachhaltiger Forstwirtschaft kommen. Aus heimischen Wäldern eignen sich besonders thermisch behandelte und damit deutlich haltbarere Hölzer wie Esche und Kiefer.
Holz hat den Vorteil, dass es bei Sonneneinstrahlung nicht so warm wird wie Naturstein oder Keramikfliesen. Allerdings ist Holz nicht so langlebig und kann splittern, was für das Barfußlaufen weniger geeignet ist. Insbesondere bei Dachterrassen sollten auch mögliche Anforderungen an den Brandschutz beachtet werden.
Eine Alternative: WPC und Kunststoff
Als weiteres Material wird in den vergangenen Jahren das sogenannte WPC verwandt. Die Abkürzung steht für „Wood Plastic Composite“ und beschreibt eine Mischung aus Holzfasern und Kunststoff. Dabei geht es darum, die jeweiligen Vorteile von Holz und Kunststoff zu nutzen – also in Form und Haptik ein Produkt zu schaffen, dass Holz beziehungsweise Holzdielen ähnelt, dabei aber pflegeleichter und langlebiger ist. Zu beachten ist allerdings, dass WPC bei Sonneneinstrahlung heiß werden kann.
Bleibt der reine Kunststoffbelag, wie er etwa bei der Sanierung von Balkonen zum Einsatz kommt. Dabei wird Flüssigkunststoff auf einen gut vorbereiteten Untergrund aufgebracht. Damit ein solcher Balkon nicht zur Rutschpartie wird, werden rutschfeste Miniplättchen in verschiedenen Farben eingestreut. Das macht den Untergrund trittfester und lockert das Bild auf.
Für häufig und intensiv genutzte Balkone und Terrassen ist dieser Belag allerdings weniger geeignet. Denn wird die Oberfläche beschädigt, hält der Boden nicht ganz so lang. Ob sich ein Bodenbelag rechnet oder nicht, hängt deshalb maßgeblich von der Intensität der Nutzung und Pflege ab.
Karin Birk
Suchcode: 2504-HL03