Smarte Helfer: Intelligent wohnen

Smart Home macht Wohnen bequemer, sicherer und energieeffizienter. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig – wenn man sie richtig einsetzt.

Egal, ob Saugroboter, App-gesteuerte Lichtschalter oder intelligente Heizungsthermostate – moderne Technologien haben längst Einzug in vielen deutschen Haushalten gehalten. Laut dem Online-Portal Statista nutzen aktuell knapp ein Drittel aller deutschen Haushalte Smart-Home-Anwendungen. Im Jahr 2027 werden es voraussichtlich 76 Prozent sein.

Smart-Home-Konzepte ermöglichen es, die Wohnumgebung bequem und personalisiert zu steuern. Durch die Integration von Technologie und Automatisierung sollen Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz verbessert werden. Wichtig ist hierbei, dass es sich in der Regel nicht um smarte Einzellösungen handelt, sondern um verschiedene Geräte und Systeme, die im Haushalt vernetzt und zentral gesteuert werden.

Damit das funktioniert, sind verschiedene Elemente notwendig: Sensoren erfassen Informationen – etwa Helligkeit oder Temperatur – und geben diese dank der Vernetzung per Kabel oder per Funk an die zentrale Steuerungseinheit, den Gateway, weiter. Dieser sendet dann Befehle an die sogenannten Aktoren, also Endgeräte wie Heizkörperregler, Lampen oder Lüftungsanlagen, welche über Eingabegeräte wie Touchdisplays, Smartphones oder auch klassische Wandschalter gesteuert werden.

Wer Smart-Home-Technologien nutzen will, muss nicht gleich sein gesamtes Zuhause umrüsten, sondern kann in einzelnen Bereichen anfangen.

Intelligente Beleuchtung
Licht hat einen erheblichen Einfluss auf unsere Stimmung, unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Smarte Beleuchtungssysteme ermöglichen es, das Licht an die individuellen Bedürfnisse anzupassen. Durch die Verwendung von stimmungsabhängigen Lichtszenarien kann das Smart Home beispielsweise Tageslicht simulieren, um den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus zu unterstützen. Zudem lässt sich die Beleuchtung je nach Tätigkeit und Stimmung anpassen, um ein angenehmes Ambiente zu schaffen. Viele smarte Beleuchtungssysteme lassen sich über Apps steuern, die auf Smartphones oder Tablets installiert werden.

Temperaturregulierung
Ein gesundes Raumklima ist von großer Bedeutung für unsere Gesundheit. Smarte Thermostate ermöglichen eine präzise Kontrolle der Raumtemperatur und Feuchtigkeit. Dies gewährleistet nicht nur Komfort, sondern kann auch zur Vorbeugung von Erkrankungen beitragen. Beispielsweise können die Temperaturen während des Schlafens automatisch angepasst werden, um einen erholsamen Schlaf zu fördern. Ein weiterer Nebeneffekt sind mögliche Energieeinsparungen, etwa wenn die Temperatur automatisch an die Wetterlage angepasst wird oder daran, ob Personen anwesend sind.

Belüftungssysteme
Eine gute Belüftung ist von entscheidender Bedeutung, um eine gesunde Umgebung in Innenräumen zu gewährleisten. Smarte Belüftungssysteme ermöglichen es, die Luftqualität kontinuierlich zu überwachen und automatisch frische Luft zuzuführen. Sensoren erfassen die CO2-Konzentration, und das System passt die Lüftungsintensität entsprechend an. Dadurch wird eine optimale Luftqualität sichergestellt und das Risiko von Schimmelbildung sowie gesundheitlichen Problemen verringert. Die Belüftung kann auf verschiedene Arten erfolgen. Eine Möglichkeit besteht darin, die Fenster automatisch zu öffnen oder zu schließen, um den Luftaustausch zu ermöglichen. Ein weiterer Ansatz ist die Verwendung von Lüftungsanlagen mit variablen Geschwindigkeiten, die je nach Bedarf die Zufuhr von Außenluft regulieren.

Sicherheit und Gesundheitsüberwachung
Smart-Home-Technologien bieten auch eine Reihe von Lösungen zur Verbesserung der Sicherheit und Gesundheitsprävention. Von intelligenten Rauchmeldern und Einbruchssensoren bis hin zu Kameras mit Gesichtserkennung und Notfallhilfesystemen sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. So wurden im vergangenen Jahr Glühbirnen vorgestellt, die in der Lage sind, Vitaldaten wie Herzfrequenz, Blutdruck und Schlafmuster zu erfassen und somit frühzeitig auf gesundheitliche Probleme hinzuweisen.

Smarte Unterhaltung
Smarte Entertainment-Systeme ermöglichen die nahtlose Steuerung und Integration verschiedener Geräte wie Fernseher, Audiosysteme, Multimedia-Streaming-Geräte und Lautsprecher. So lassen sich Medien zentral verwalten und auf verschiedenen Geräten im Smart Home abspielen. Zudem lassen sich die Systeme mit anderen smarten Geräten im Haus vernetzen. Zum Beispiel können sie das Licht dimmen und die Vorhänge schließen, während ein Film läuft, um eine optimale Heimkino-Atmosphäre zu schaffen.

Die Möglichkeiten sind also mannigfaltig. Dennoch sind Smart-Home-Technologien kein Allheilmittel. Eine gute Wohnqualität aus gesundheitlicher Sicht erfordert ein ganzheitliches Konzept. Smart-Home-Technologien können jedoch als wertvolle Werkzeuge dienen, um das Wohlbefinden der Bewohner zu unterstützen und ein gesundheitsförderndes Zuhause zu schaffen.

Astrid Zehbe, Referentin Presse und Kommunikation Haus & Grund Deutschland

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