Die kommunalen Gebühren und Steuern sind viel diskutierte Wohnnebenkosten in Deutschland, aufgrund ihrer Höhe, der dramatischen Unterschiede zwischen den Städten und der intransparenten Strukturen. Um die erheblichen Unterschiede bei den Nebenkosten aufzudecken, hat Haus & Grund die Höhe der Nebenkosten in den 100 größten Städten Deutschlands erneut untersucht.
Das Ranking setzt sich aus drei Einzelrankings zusammen. Berücksichtigt werden Kennzahlen zu den Abfallgebühren (Stand 2022), zu den Abwassergebühren (Stand 2023) und zur Grundsteuer B (Stand 2024). Dabei wird jeweils von einem vierköpfigen Musterhaushalt in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus ausgegangen.
Regensburg top, Mönchengladbach flop
Wie bereits im Nebenkostenranking 2021 existieren in den größten deutschen Städten weiterhin deutliche Unterschiede. Sieger des Rankings ist wie schon bei der vergangenen Untersuchung die Stadt Regensburg. Durchschnittlich bezahlt eine Familie hier jährlich 874 Euro insgesamt für Grundsteuer B, Abfall- und Abwassergebühren.
In Mönchengladbach, am unteren Ende des Rankings, fällt hingegen mit 1.932 Euro weit mehr als das Doppelte an. Der Unterschied zwischen der teuersten und der günstigsten Stadt beträgt somit satte 1.058 Euro. Auf Platz 50 liegt die Stadt Trier, die mit 1.367 Euro für die durchschnittliche Belastung einer vierköpfigen Musterfamilie steht. Im Vergleich zur vorangegangenen Untersuchung fallen hier durchschnittlich 67 Euro mehr pro Jahr an.
Mehr Transparenz bei der Kostenbelastung nötig
Zwar handelt es sich bei der Platzierung der einzelnen Städte lediglich um eine Zusammensetzung der Daten der jeweiligen Erhebungsjahre. So verweist zum Beispiel die Stadt Regensburg in einer Anfrage darauf, dass die Gebühren für Abwasser und Müll im Vergleich zum Erhebungszeitraum der Auswertung angestiegen sind – für Abwasser seit 2024 um etwa 30 Prozent und beim Müll sind es seit Anfang des Jahres rund 20 Prozent mehr.
Dennoch zeigt die Analyse eines deutlich: die große Diskrepanz zwischen den Städten, ohne dass offensichtliche Muster erkennbar werden – weder räumlich noch nach Einwohnerdichte oder anderen Merkmalen.
Vielmehr liegt es nahe, dass die Städte ihre Spielräume nutzen, um individuelle Gebühren zu setzen und sich damit finanzielle Freiräume zu schaffen. Da Verbraucher keine Möglichkeiten haben, diese Nebenkosten zu beeinflussen und den Anbieter zu wechseln, ist mehr Transparenz geboten – vor allem bei den Gebührenordnungen der einzelnen Kommunen, die uneinheitlich und häufig auch mit einer Vielzahl von individuellen Ausnahmeregelungen versehen sind.