Naturnahe Gärten: Ein Paradies für Insekten und Nager

Ein natürlicher Garten, in dem Kräuter und Wildblumen sprießen, Blüten mit verschiedenen Aromen locken und Gräser sich sanft im Wind neigen – ein solcher Garten voller Leben ist nicht nur eine Wohltat für die Seele, sondern auch für heimische Tierarten.

Sie gelten als Gärten des Grauens: Schottergärten, in denen grau an grau Steine über Steine sämtliches Leben unmöglich machen. Hier gibt es für Insekten, Nager und Vögel weder Futter noch Unterschlupf. Umweltfreundlicher ist ein Naturgarten, in dem es grünt und blüht. In solch eine Oase lässt sich aber auch ein Steingarten wieder zurückverwandeln. „Mit einem ökologisch geführten Garten kann jeder einen Beitrag zum Erhalt der Arten leisten, denn unsere Gärten können so zu wichtigen Lebens- und Rückzugsräumen für Pflanzen und Tiere werden“, heißt es beim Naturschutzbund Nabu. „Wer beispielsweise Wildbienen im Garten fördert, gibt vielen Bestäubern eine Heimat. Wer Vögeln Unterschlupf und Nahrung bietet, hat die besten Schädlingsbekämpfer vor Ort.“

Naturgärten bieten Nahrung und Nistplätze

Nachdem Steine und Versiegelungsfolie entfernt sind, gilt es, den Boden mit nährstoffreichem Humus wieder anzureichern. Anschließend geht es an die Gestaltung: In einem biologisch vielfältigen Naturgarten wachsen heimische Pflanzen, die Tieren Nahrung, Verstecke und Nistplätze bieten. Eine Wildkräuter- und Wildblumenwiese, die gerne auch kniehoch wachsen darf, erfüllt gleich mehrere dieser Bedürfnisse. Elemente wie Hecke und Reisighaufen, Trockenmauer und Teich gestalten den Lebensraum abwechslungsreich.

Ein vielfältig angelegter Garten wird zur Wohltat für Vögel, Insekten, Igel, Eidechsen, Kröten und Nager – und auch für uns Menschen. So spenden im Frühjahr heimische Frühblüher Insekten erste Nahrung und uns den Anblick einer herrlich bunten Blumenwiese. Im Frühsommer lockt die Blütenpracht von Obstbäumen und Stauden Insekten wie Falter an. Diese wiederum bieten neben Gehölzen und Samen von Gräsern und Stauden den Vögeln im Sommer und Herbst willkommene Kost. Im Winter erleichtern abgeblühte Samenstände den überwinternden Vögeln die Nahrungssuche. Mit Schnee bepudert sind sie außerdem ein schöner Anblick.

Nicht zu ordentlich

Auf den Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden ist im Naturgarten natürlich zu verzichten. Auch sollten Gartenbesitzer keine allzu große Ordnungsliebe an den Tag legen. Hohe Wiesen und wilde Ecken vergrößern die Pflanzenvielfalt und locken damit immer neue tierische Bewohner an.

Heimische Pflanzen dominieren den Naturgarten

Ein Naturgarten besteht aus möglichst vielen verschiedenen heimischen Pflanzen – Kräuter, Wildblumen, Stauden, Gräser, Farne, Sträucher und Bäume. Schafgarbe, Giersch, Kamille und Knoblauchrauke sorgen nicht nur bei Insekten, sondern auch bei uns für Abwechslung auf dem Teller. Kleiner Odermennig und Kriechender Günsel bringen Farbe in die Wildblumenwiese. Brennnessel und Ackerschachtelhalm gelten als wirkungsvolle Pflanzenstärkungsmittel. Disteln, Brennnesseln und Gräsern bieten Raupen beziehungsweise Schmetterlingen wie Tagpfauenauge, Kleinem Fuchs und Distelfalter einen gedeckten Tisch. Die Samen von Korn- oder Mohnblumen sind eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen, genauso wie Apfel-, Pflaumen- oder Kirschbaum, Brombeerhecke und Blaubeerfeld.

Tipp

Unter naturgarten.org/wissen/fuer-einsteiger finden Interessierte eine interaktive Karte, die durch die verschiedenen Lebensräume eines Naturgartens führt. Für jeden Lebensraum findet man hier Erläuterungen, praktische Anleitungen zur Umsetzung und Pflege sowie Hinweise zu typischen Pflanzen und Tieren.

Katharina Lehmann

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