Kommentar: Irrweg

Der Vorstoß aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, selbst genutztes Wohneigentum zur Finanzierung der Pflege heranzuziehen, ist ein Irrweg. Er bestraft Menschen, die verantwortungsvoll für ihr Alter vorsorgen und mit ihrem Eigenheim zugleich die öffentlichen Kassen entlasten.

Die Pflegeversicherung ist bereits einkommensabhängig ausgestaltet: Wer mehr verdient, zahlt mehr ein. Die Versicherungsleistungen nun zusätzlich vom Vermögen abhängig zu machen, widerspricht dem Grundgedanken einer Versicherung. Das wäre, als würde eine Kfz-Versicherung den Schaden nur dann regulieren, wenn der Versicherte kein eigenes Vermögen besitzt.

Wer im Pflegefall befürchten muss, sein Haus verkaufen zu müssen, verliert das Vertrauen in die private Altersvorsorge. Damit sendet die Politik vor allem an die junge Generation ein fatales Signal: Eigenverantwortung und Vorsorge lohnen sich nicht, weil sie am Ende bestraft werden.

Statt immer neue Belastungen für Eigentümer zu diskutieren, sollte die Politik die eigentlichen Probleme der Pflegeversicherung angehen. Es muss sichergestellt werden, dass die Beiträge der Versicherten für ihren eigentlichen Zweck eingesetzt werden und die Menschen die Leistungen erhalten, für die sie jahrzehntelang eingezahlt haben.

Kai H. Warnecke, Präsident Haus & Grund Deutschland

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