Einbruchschutz: Gelegenheit macht Diebe
Nachdem die Einbrüche in der Corona-Zeit etwas zurückgegangen waren, steigen die Zahlen nun wieder an. Grund genug, für ein sicheres Zuhause zu sorgen.
Nachdem die Einbrüche in der Corona-Zeit etwas zurückgegangen waren, steigen die Zahlen nun wieder an. Grund genug, für ein sicheres Zuhause zu sorgen.
Gelegenheit macht Diebe – dieses Sprichwort gilt auch für Häuser und Wohnungen. Wo Bewohner daheim sind, wo sie regelmäßig Fenster und Türen kontrollieren und auf ihre Nachbarschaft achten, wird weniger eingebrochen. Kein Wunder also, dass während der Corona-Krise und großzügigen Homeoffice-Regelungen die Zahl der Einbrüche deutlich abgenommen hat. Jetzt nach der Pandemie geht es allerdings wieder in die andere Richtung.
So verzeichnet die bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik für 2022 einen starken Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen und Einbruchsversuchen auf insgesamt 65.908 Fälle. Ein Jahr zuvor waren es nur 54.235. „Gleichwohl liegt die Fallzahl 2022 deutlich unter dem Niveau von vor der Pandemie mit 87.145 Fällen im Jahr 2019“, berichtet Joachim Schneider, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.
Fast die Hälfte der Einbrüche laufen ins Leere
Interessant dabei: Fast die Hälfte der Einbruchsversuche scheitert. Die Polizei führt dies auf verstärkte Sicherheitsvorkehrungen der Haus- und Wohnungseigentümer zurück. „Die Mehrheit der Wohnungseinbrüche wird von Gelegenheitsdieben begangen“, weiß Schneider. „Wer zu lange braucht, um in ein Haus reinzukommen, zieht weiter“, fügt er hinzu. Oft gehe es den Tätern nur darum, Wertgegenstände wie Geld, Schmuck und Handys zu entwenden. „Die mechanische Sicherung von Fenster und Türen steht deshalb immer an erster Stelle“, betont der Experte.
Wer beim Bau oder Umbau auf Nummer sicher gehen will, kann sich bei den Polizeilichen Beratungsstellen kostenlos informieren. „Gegebenenfalls kommen die Polizisten auch nach Hause“, erklärt Schneider. Adressen der Beratungsstellen vor Ort gibt es unter www.k-einbruch.de/beratungsstellensuche. Über die Internetseite lassen sich auch Hersteller von Sicherheitstechnik und Fachbetriebe für den Einbau finden.
Bei neuen Fenstern und Türen auf Widerstandsklassen achten
Die Fachbetriebe rüsten Fenster und Türen entsprechend nach oder wechseln sie aus. „So können etwa bei Fenstern die alten Rollenzapfen gegen Pilzkopfzapfen ausgetauscht werden“, rät Sicherheitsexperte Helmut Rieche. Und wer etwa neue Fenster und Türen im Rahmen einer energetischen Gebäudesanierung einbaut, sollte auf die Sicherheitsklasse DIN EN 1627 mit der Widerstandsklasse RC 2 achten.
Auch Nebeneingänge wie Keller und Garagen sollten gut geschützt sein, empfiehlt der Sicherheitsfachmann. „Sie sind oft am wenigsten gut gesichert und teilweise auch nicht gut einsehbar.“ Gerade deshalb sollte man sie mit Querriegeln, guten Schlössern und Bewegungsmeldern sichern.
Wer wertvolle Gegenstände im Haus oder ein besonders hohes Sicherheitsbedürfnis hat, dem legen die Experten den Einbau einer Alarmanlage und eines Videoüberwachungssystems nahe.
Fenster in Abwesenheit nie offenlassen
Doch die sichersten Fenster und Türen helfen nichts, wenn sich die Bewohner nicht entsprechend verhalten. „Selbst wer sein Haus nur zum Einkaufen verlässt, sollte die Fenster nicht gekippt lassen und die Balkontür richtig schließen“, mahnt Schneider. Auch sollte die Haustüre nicht nur zugezogen, sondern richtig abgeschlossen und Schlüssel niemals draußen versteckt werden.
Auch wer keine besonderen Wertgegenstände in seinen vier Wänden aufbewahrt, sollte es potenziellen Einbrechern nicht zu leicht machen. „Selbst wenn nicht viel wegkommt, geht oft das Sicherheitsgefühl verloren“, warnt Schneider.
Weitere Informationen zum Einbruchschutz finden Sie unter:
www.k-einbruch.de/beratungsstellensuche
Förderprogramme
Geförderte Investitionen in Einzelmaßnahmen zum Schutz gegen Wohnungseinbruch in Bestandsbauten stehen derzeit nur als Kreditvariante im Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) „Altersgerecht Umbauen – Kredit (159)“ zur Verfügung. Über das Programm werden etwa Investitionen in einbruchhemmende Haus- und Wohnungstüren gefördert. Unterstützt werden auch das Nachrüsten von Fenstern und Balkontüren sowie der Einbau von Systemen zu Einbruch- und Unfallmeldungen und andere Sicherheitstechnik. Für das Förderprogramm „Einbruchschutz – Investitionszuschuss – 455-E“ stehen dauerhaft keine Mittel mehr zur Verfügung.
Alternativ können über die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle wie der Einbau einbruchhemmender Fenster und Türen gefördert werden. Hier stehen entweder der KfW-Kredit 261 zur Verfügung, oder es kann ein Zuschuss über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) beantragt werden. Ganz wichtig: Die Anträge müssen immer vor Beginn der Bau- oder Umbaumaßnahme beantragt werden.
Weitere Informationen:
Karin Birk
Suchcode: 2311-hl01