Einbruch & Diebstahl: Zum Scheitern verurteilt

Mittlerweile kommt fast die Hälfte der Wohnungseinbrüche nicht über das Versuchsstadium hinaus. Dies liegt auch am verbesserten Einbruchschutz.

Einbrecher wollen naturgemäß unbehelligt agieren. Sie bevorzugen die Anonymität großer Städte und die dunkle Jahreszeit. „Wohnungseinbrüche passieren deshalb häufiger im Winterhalbjahr als im Sommerhalbjahr, und sie ereignen sich mehrheitlich in Großstädten“, berichtet Julia Christiani von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Obwohl in Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern nur rund 30 Prozent der Bevölkerung leben, ereignen sich dort jedoch insgesamt 50 Prozent der Wohnungseinbrüche. Tagsüber steigt der Anteil sogar auf 56 Prozent. Entgegen der landläufigen Meinung wird meist zur Tageszeit oder am frühen Abend eingebrochen.

Dabei verschaffen sich Einbrecher in Einfamilienhäusern meist über Fenstertüren und Fenster Zutritt, weniger häufig über Haus- und Kellertüren. Bei Mehrfamilienhäusern suchen die ungebetenen Gäste dagegen zumeist den Weg über die Eingangstüren zur Wohnung.

Fenster und Türen immer gründlich abschließen
Jedes Haus sollte deshalb über Einbruchschutz verfügen. Doch das allein reicht nicht: „Selbst wer nur schnell beim Nachbarn einen Kaffee trinkt oder kurz zum Einkaufen geht, sollte die Fenster und Terrassentüren ganz schließen und die Haustür richtig abschließen“, betont Christiani.

Dies gilt aktuell umso mehr, da nach der Corona-Krise die Zahl der Diebeszüge wieder zugenommen hat. So verzeichnet die bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik für 2023 einen Anstieg der Wohnungseinbrüche um 18 Prozent auf 77.819 Fälle. Damit ist das Niveau von vor der Pandemie fast wieder erreicht.

Fast die Hälfte aller Wohnungseinbrüche scheitert
Einziger Trost: Gleichzeitig scheiterten 2023 rund 46 Prozent der Wohnungseinbrüche. „Das heißt, dass ein Großteil aller Einbrüche nicht über das Versuchsstadium hinauskommt“, erklärt Christiani. Dies habe auch mit sicherungstechnischen Maßnahmen zu tun. Denn wer beim Öffnen von Fenster und Türen nicht schnell zum Ziel kommt, zieht oft unverrichteter Dinge weiter.

Wer sich zum Thema Einbruchschutz und Sicherheitstechnik informieren will, findet produktneutrale Informationen auf der Internetseite www.k-einbruch.de. Hier finden sich auch Hinweise zu Herstellern geprüfter und zertifizierter einbruchhemmender Produkte sowie Adressen entsprechender Fachbetriebe. Darüber hinaus können sich Interessierte bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle beraten lassen. „Die Polizei kommt nach Bedarf auch ins Haus beziehungsweise in die Wohnung“, weiß Christiani.

Türen und Fenster lassen sich gut nachrüsten
Türen lassen sich durch Querriegel und neue Schlösser sicherer machen. In manchen Fällen empfiehlt es sich, die Haustür ganz auszuwechseln. Abschreckend wirken auf potenzielle Einbrecher auch Bewegungsmelder, die die Außenbeleuchtung einschalten. Gerade in der dunklen Jahreszeit sei dies bei wenig einsehbaren Keller- oder Garagentüren von Vorteil, erläutert die Expertin.

Und wer nach vielen Jahren in seiner Immobilie die Fenster austauscht, sollte dabei nicht nur auf die Energieeffizienz, sondern auch auf die entsprechende Sicherheitsklasse DIN EN 1627 und auf die Widerstandsklasse von mindestens RC 2 achten.

Ein dickes Fensterglas allein reicht nicht
Möglicherweise können Fenster auch nachgerüstet werden. Ob sich die Fenster dafür eignen, sollte man mit der örtlichen Polizeilichen Beratungsstelle oder einem Fachbetrieb besprechen. Abschließbare Fenster oder einbruchhemmende Verbundsicherheitsgläser reichen allein nicht aus, da die Fenster von Kriminellen meist aufgehebelt werden. Wirkungsvoll wird dieser Schutz erst in Verbindung mit einem einbruchhemmenden Fensterbeschlag.

Darüber hinaus können häufig gekippte Fenster wie in der Toilette, der Waschküche oder in Kellerräumen durch Gitter geschützt werden. Wichtig sind auch hier geprüfte einbruchhemmende Gitter nach DIN EN 1627 und eine fachgerechte Montage.

Zur weiteren Abschreckung lassen sich außerdem sogenannte Einbruchmeldeanlagen und Videoüberwachungssysteme installieren. Auch hier ist die Zusammenarbeit mit einem Fachbetrieb ratsam.

Karin Birk

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