Die perfekte Beleuchtung: Licht richtig planen
Die Beleuchtung ist ein wichtiger Bestandteil der Innenarchitektur. Eine vorausschauende Lichtplanung sorgt für optimale Ergebnisse.
Die Beleuchtung ist ein wichtiger Bestandteil der Innenarchitektur. Eine vorausschauende Lichtplanung sorgt für optimale Ergebnisse.
Fühlt man sich spontan wohl in einem Raum, hat die Beleuchtung einen sehr großen Anteil daran. Jeder kennt dieses Phänomen aus dem Alltag: Schon eine schlecht beleuchtete Umkleidekabine kann die Einkaufslaune deutlich vermiesen. „Licht macht Räume sichtbar. Es wird so zu einem Teil der Architektur und sollte im Neubau idealerweise sehr früh mit in die Gesamtplanung einbezogen werden“, erklärt Iris Vollmann von Licht.de, einer Brancheninitiative des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI e.V.
Natürlich lässt sich eine optimale Lichtgestaltung in einem Neubau einfacher umsetzen als im Bestand. Dabei gilt: Lieber den einen oder anderen Wand- und Deckenauslass mehr einplanen. Ändert sich später die Nutzung des Wohnraums, kann die Beleuchtung auch dann noch flexibel an die neuen Voraussetzungen angepasst werden. In Neubauten werden beispielsweise häufig verputzte Betondecken verbaut. Anstelle einfacher Kabelauslässe bieten eingegossene Deckendosen den Vorteil eines größeren Klemmraumes, in dem Transformatoren, Steuergeräte oder Einbauleuchten untergebracht werden können.
Bei Sanierungen die bestehende Elektroinstallation hinterfragen
Im Zuge einer Wohnungssanierung sollte man auch gleich die Gelegenheit nutzen, grundsätzlich über die Beleuchtung nachzudenken. Gibt es Schwachpunkte? Würden beispielsweise Wandleuchten einen langen Flur lebendiger wirken lassen, oder könnte die Lichtsteuerung vereinfacht werden? In diesen Fällen lohnt es sich, den Elektriker zu beauftragen, vor dem Wandanstrich neue Leitungen und eventuell neue Schalter zu verlegen. Natürlich müssen Beleuchtung und Möblierungsplan aufeinander abgestimmt werden. Drei wichtige Lichtzonen sorgen dabei für eine stimmungsvolle Atmosphäre: Die Grundhelligkeit im Raum wird durch das Raumlicht bestimmt, während Akzentlichter einzelne Bereiche gezielt beleuchten. In Wohnräumen kommt das Stimmungslicht hinzu, das als Lichtobjekt wirkt und dem Wohnraum ein außergewöhnliches Ambiente verleiht.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Planung ist die Auswahl der Schalter und Steckdosen. Früher waren sie schlicht Bauteile eines Stromkreises, heute erhalten sie Gesellschaft von Dimmern, Sensoren und in die Steckdose integrierten USB-Anschlüssen. Eine effektvolle Maßnahme ist der Einsatz von schaltbaren Steckdosen. Hierbei wird die Steckdose, die die Leuchte mit Strom versorgt, über einen Wandschalter ein- oder ausgeschaltet. Eine Idee, die bereits bei der Elektroplanung bedacht werden muss.
Lichtfarbe und Farbwiedergabe
„Selbstverständlich ist die perfekte Positionierung der Leuchten wichtig, aber auch die Qualität des Leuchtmittels entscheidet darüber, ob wir uns in einem Raum wohlfühlen. Hierbei sind die Lichtfarbe und die Farbwiedergabe des Leuchtmittels entscheidende Faktoren“, betont Iris Vollmann. Die Lichtfarbe, gemessen in Kelvin, entscheidet darüber, ob wir das Licht als eher kalt oder eher warm empfinden. Eine als warm empfundene Lichttemperatur beträgt circa 2.700 Kelvin. Je höher die Kelvinzahl, desto kälter wirkt das Licht. Der Wert für die Farbwiedergabe entscheidet darüber, wie „natürlich“ beleuchtete Gesichter oder Materialien in ihrem Licht erscheinen. Der Index für die beste Farbwiedergabe (gemessen in Ra) beträgt 100 und entspricht dem Tageslicht. Je näher das Leuchtmittel an diesen Wert heranreicht, umso angenehmer empfinden wir die Beleuchtung.
Susanne Speckter, Innenarchitektin
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