Beleuchtung: Licht ins Dunkel

Geht es um das Energiesparen im Haushalt, denken viele Eigentümer an moderne Heizsysteme, gut isolierte Fenster oder effiziente Haushaltsgeräte. Doch ein oft unterschätzter Faktor ist die Beleuchtung. Sie spielt nicht nur eine wesentliche Rolle für das Wohlbefinden und die Funktionalität in den eigenen vier Wänden, sondern hat auch erhebliche Auswirkungen auf den Energieverbrauch – und damit auf die Stromrechnung.

Licht beeinflusst unser Leben auf vielfältige Weise. Es schafft Atmosphäre, betont einzelne Bereiche in der Wohnung und gibt Struktur. Wenn im Herbst die Tage kürzer werden, ist künstliches Licht unverzichtbar, um produktiv zu bleiben und sich wohlzufühlen. Ob gezielte Akzente auf Wandbilder, stimmungsvolle Beleuchtung in Wohnräumen oder die Ausleuchtung eines Eingangsbereichs – Lichtgestaltung trägt erheblich zur Wertigkeit einer Immobilie bei.

Effiziente Beleuchtung spart Strom
In vielen Haushalten gehört die Beleuchtung zu den größten Energieschluckern. Veraltete Leuchtmittel und ungünstig eingesetzte Lichtquellen können die Kosten unbemerkt in die Höhe treiben. Laut Energieexperten entfallen etwa 10 bis 15 Prozent des gesamten Stromverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts auf Beleuchtung – ein Wert, der sich leicht reduzieren lässt, ohne auf Komfort zu verzichten.

Der technologische Fortschritt hat uns inzwischen zahlreiche Möglichkeiten an die Hand gegeben, Beleuchtung effizienter zu gestalten. Wer bewusst auf moderne Technik setzt und den Umgang mit Licht überdenkt, kann seinen Energieverbrauch senken und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

LED statt Glühbirne
Die größte Veränderung in der Beleuchtungswelt der letzten Jahre war zweifellos die Einführung von LED-Technologie. Sie hat klassische Glühbirnen und Halogenlampen nahezu vollständig verdrängt. LED (Light Emitting Diodes) verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Energie als herkömmliche Glühbirnen, haben also eine hohe Energieeffizienz. Mit bis zu 50.000 Betriebsstunden übertreffen LED andere Leuchtmittel in Sachen Lebensdauer bei Weitem. Zudem geben LED kaum Wärme ab, was sie sicherer macht und Energieverluste zusätzlich minimiert.

Obwohl LED-Lampen in der Anschaffung teurer sind, amortisieren sie sich durch ihre lange Lebensdauer und die erheblich geringeren Stromkosten oft schon nach wenigen Monaten. Beim Kauf neuer Leuchtmittel und Lampen gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten:

Energieeffizienzklasse: Achten Sie auf die höchste Effizienzklasse. Seit 2021 gilt die neue EU-Energiekennzeichnung, die von A (beste) bis G (schlechteste) reicht.

Lumen statt Watt: Die Helligkeit von LED wird in Lumen angegeben. Als Faustregel gilt: Für Wohnbereiche sind 100 – 150 Lumen pro Quadratmeter ausreichend.

Farbtemperatur: Wählen Sie die Lichtfarbe passend zum Raum und Zweck (Warmweiß: 2.700 – 3.000 K, Neutralweiß: 3.500 – 4.000 K, Tageslichtweiß: ab 5.000 K).

Flimmerfrei: Einige günstige LED können flackern, was die Augen belastet. Achten Sie auf Produkte, die als flimmerfrei gekennzeichnet sind.

Intelligente Steuerung
Eine weitere Möglichkeit der Reduzierung des Energieverbrauchs ist die Verwendung intelligenter Steuerungssysteme. Smarte Beleuchtungslösungen erlauben es, Licht gezielt zu nutzen. So sind Bewegungssensoren ideal für Flure, Treppenhäuser oder Außenbereiche. Licht wird nur dann eingeschaltet, wenn es tatsächlich benötigt wird. Auch Zeitschaltuhren können Energie einsparen, denn mit ihnen lässt sich die Beleuchtung so programmieren, dass sie sich zu festgelegten Zeiten ein- und ausschaltet. Auch Smarthome-Technologien helfen: Diese ermöglichen es, die Beleuchtung per App oder Sprachbefehl zu steuern und an individuelle Bedürfnisse anzupassen.

Tageslicht nutzen
Die effektivste Energiesparmethode ist, so weit wie möglich auf künstliches Licht zu verzichten. Mit ein paar Anpassungen lässt sich das natürliche Tageslicht optimal nutzen: So verstärken helle Farben und reflektierende Oberflächen das einfallende Licht und machen Räume heller – ohne zusätzliche Lampen. Verwenden Sie zudem leichte oder transparente Stoffe für Vorhänge und Gardinen, die das Licht nicht blockieren. Ein guter Trick, um Räume heller und großzügiger erscheinen zu lassen, sind strategisch platzierte Spiegel, die das Tageslicht tiefer in den Raum leiten.

Regelmäßige Wartung und Reinigung
Klingt banal, ist aber effektiv: Staub auf Leuchtmitteln und Lampenschirmen mindert die Lichtleistung. Regelmäßiges Reinigen sorgt dafür, dass Sie weniger Energie für die gleiche Helligkeit benötigen.

Mit modernen Beleuchtungstechnologien, bewusstem Einsatz von Licht und einem angemessenen Verhalten lässt sich also viel erreichen: Der Wechsel zu LED, die Integration smarter Steuerungssysteme und eine optimierte Nutzung von Tageslicht sind Maßnahmen, die sich langfristig auszahlen – sowohl finanziell als auch in Sachen Nachhaltigkeit.

Welche Kriterien werden zur Bestimmung der Energieeffizienzklasse herangezogen?

Die Energieklasse von Lampen wird anhand von vier Kriterien bestimmt:

Lichtstrom: Dieser wird in Lumen gemessen und gibt an, wie viel Licht eine Lampe erzeugt. Je höher der Lichtstrom, desto heller ist die Lampe und desto effizienter nutzt sie die eingesetzte Energie, um Licht zu erzeugen.

Energieverbrauch: Dieser wird in Watt gemessen und gibt den Stromverbrauch einer Lampe an. Eine Leuchte ist dann besonders energieeffizient, wenn sie mit weniger Wattzahl einen angemessenen Lichtstrom erzielt.

Lebensdauer: Die Lebensdauer einer Lampe gibt an, wie lange sie voraussichtlich funktioniert, ehe sie ausgetauscht werden muss.

Farbwiedergabeindex: Der Farbwiedergabeindex (CRI) misst die Qualität der Farbwiedergabe der Lampe im Vergleich zum natürlichen Tageslicht.

Astrid Zehbe, Referentin Presse und Kommunikation Haus & Grund Deutschland

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