Balkongestaltung: Grüne Oasen in luftiger Höhe

Der Wert einer Immobilie wird von verschiedenen Faktoren geprägt – der Lage, der Bausubstanz, aber auch von Ausstattungsmerkmalen. Bei vielen Eigentümern stehen Balkone ganz oben auf der Prioritätenliste – mögen sie auch noch so klein oder zu einer stark befahrenen Straße hin ausgerichtet sein.

Die meisten Menschen verbinden mit Balkonen ein wenig mehr Freiheit. Hier kann man unter freiem Himmel die Seele baumeln lassen. „In diesen unruhigen Zeiten und bei jeder Schreckensmeldung zum Klimawandel sehnen wir uns mehr nach Normalität – daher sind viele Menschen, auch in der Stadt, auf der Suche nach ihrem ganz persönlichen Naturerlebnis – und wenn es nur auf dem Balkon ist“, erklärt Frank A. Reinhardt, der als Trendforscher im Bereich Wohnen und Einrichten jede neue Entwicklung verfolgt. Klar, dass es während der Faulenzerstunden unter freiem Himmel besonders gemütlich sein soll. Dies hat zur Folge, dass Möbelhersteller ihre Modelle für den Outdoor-Bereich zunehmend weiterentwickeln und aufeinander abgestimmte Kollektionen, wie man sie von Wohn- und Esszimmermöbeln kennt, auch auf dem Balkon und im Garten in Szene setzen.

Helle Beige-Töne sind in dieser Saison angesagt
Manche Outdoor-Sofas und -Sessel wirken so wohnlich, dass man annehmen könnte, die Besitzer hätten ihre Inneneinrichtung zum Freilichtwohnzimmer umgewidmet. Eine Herausforderung für alle Hersteller, da ja sowohl Korpus als auch Polster in unseren Breitengraden manchen Regenschauer aushalten müssen. Waren in den vergangenen Jahren knallige Farben bei der Balkongestaltung angesagt, sieht Trendforscher Frank A. Reinhardt in diesem Jahr helle Beige-Töne und Weiß als Grundfarbe für Outdoor-Möbel im Kommen. Allerdings in Kombination mit Holz und wetterfesten Stoffen, die zu knuffigen Sitzpolstern und Kissen verarbeitet werden. Stoffproduzenten setzen dabei auf sogenannte spinndüsengefärbte Acrylstoffe, die ursprünglich für den Segel- und Motorbootsport entwickelt wurden und nun im Outdoor-Bereich mit modernen Mustern Wohnlichkeit verbreiten. Sie sind UV-lichtbeständig, gegen Wasser und Schimmel resistent und trocknen selbst nach Dauerregen innerhalb kurzer Zeit. Flecken lassen sich unkompliziert mit einer Bürste entfernen.

Die fachgerechte Abdichtung des Balkonbodens ist entscheidend
Eine große Rolle spielt auch die Optik des Balkonbodens, schließlich hat sie eine große Wirkung auf die gesamte Gestaltung des Freiluftzimmers. Die Auswahl an Bodenbelägen ist ähnlich groß wie im Wohnbereich. Von Fliesen über Holzdielen, Naturstein, sogenannte WPC-Dielen oder Flüssigkunststoff – jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. In jedem Fall ist es unverzichtbar, den Untergrund und die Anschlüsse zur Fassade gegen Regenwasser abzudichten. Zudem sollte je nach Art der Balkonentwässerung bei der Verlegung des Bodenbelags auf ein Gefälle zum Bodenablauf geachtet werden. Als Faustformel gilt: Ein Gefälle von 2 Prozent ist ausreichend. Dies bedeutet, dass pro Meter Strecke der Höhenunterschied zwischen Fassade und Entwässerung 2 Zentimeter betragen sollte. Ist der vorhandene Balkonbelag einfach nur durch die Witterung in die Jahre gekommen, sind wasserresistente Outdoor-Teppiche eine unkomplizierte und kostengünstige Möglichkeit, das Freiluftzimmer aufzupeppen.

Pflanzenkübel als Sichtschutz
Damit die Ruheoase tatsächlich als solche funktioniert, sind Schattenspender und Sichtschutz unentbehrlich. Ein effektiver und gleichzeitig nachhaltiger Sichtschutz zum Nachbarn sind Pflanzgefäße, die, mit hohem Bambus oder Gräsern bewachsen, nicht nur im Sommer den Balkon in eine grüne Oase verwandeln. Wer lieber blühende Pflanzen bevorzugt, setzt auf großblütige und frostharte Rispenhortensien. „Bei länglichen Balkons lassen sich mit Pflanzgefäßen sogar wunderbar Zonen schaffen. Mit ihnen kann man beispielsweise einen Loungebereich mit Sessel oder Sofa vom Essbereich trennen“, schwärmt Natascha Gudewer, Marketingleiterin des gleichnamigen Gartenmöbelhauses in Hamburg. Als Schattenspender ist natürlich eine Markise ideal. Sie lässt sich je nach Sonnenstand per Knopfdruck oder App ein- und ausfahren. Befindet sich die Wohnung mit Balkon in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG), muss die Montage allerdings von den Miteigentümern gemäß der jeweiligen Satzung genehmigt werden.

Susanne Speckter

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