Badsanierung: Schon kleine Details werten den Raum auf

Es ist nicht mehr zu übersehen. Das Badezimmer mausert sich zunehmend zu einem Wohnraum. Dies bestätigt eine Forsa-Studie, die im Auftrag der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e. V. im Oktober 2024 veröffentlicht wurde. Für 91 Prozent der Befragten ist das Badezimmer ein wichtiger oder sogar sehr wichtiger Raum für gute Wohnqualität.

Die Studie zeigt allerdings auch, dass 51 Prozent der deutschen Bäder mindestens 15 Jahre alt sind und demnach nicht mehr den Ansprüchen an ein modernes, behagliches Bad entsprechen. Hinzu kommt die demografische Entwicklung, die den Ausbau von barrierearmen beziehungsweise barrierefreien Bädern zur Folge haben sollte. „Ein entsprechend ausgebautes Bad ermöglicht bei gesundheitlichen Einschränkungen den Verbleib in der vertrauten Umgebung. Hier stehen Haus- und Wohnungseigentümer vor einer immer größer werdenden gesellschaftlichen Verantwortung“, gibt Trendscout Frank A. Reinhardt zu bedenken.

Duschtasse statt Badewanne
Doch viele scheuen den Aufwand und die Kosten einer Komplettsanierung. Laut der Handwerkerkooperation Bad & Heizung betragen die Sanierungskosten für ein Bad mittlerer Ausstattung inklusive neuer Rohrleitungen, Elektro-, Maler-, Maurer- und Fliesenarbeiten rund 4.700 Euro pro Quadratmeter. Sofern die Bausubstanz noch in Ordnung ist, kann schon durch den Austausch der Sanitärobjekte oder die Neugestaltung der Wände ein in die Jahre gekommenes Bad zum Hingucker werden. Hier kommt die bodenebene Duschfläche ins Spiel. Gehörte früher eine Badewanne zur Standardausstattung, wird sie heutzutage bei Renovierungen meist durch eine großzügige Dusche ersetzt. Dies setzt allerdings meist voraus, dass der Boden oder zumindest eine Teilfläche neu gefliest werden muss. Wird hingegen eine sehr großzügige Duschtasse – im Format der vorherigen Badewanne – gewählt, kann der bisherige Fliesenboden erhalten bleiben. Lediglich die Wand benötigt neue Fliesen, und der Duschspaß ist garantiert.

Vorgefertigtes Sanitärmodul ersetzt den Spülkasten
In die Jahre gekommene Bäder haben meist noch einen wandhängenden Spülkasten und ein Stand-WC. Mit dem Tausch des Spülkastens gegen ein halbhohes Sanitärmodul, das die notwendige Technik inklusive Spülauslösung fix und fertig integriert hat, erhält der Raum definitiv ein Upgrade. Es wird einfach vor die Wand gestellt und an die vorhandene Wasserleitung und das Abflussrohr angeschlossen. Groß im Kommen sind außerdem spülrandlose WC, die besonders reinigungsfreundlich und wassersparend sind.

Waren früher kleinformatige Fliesen angesagt, geben mittlerweile große Kacheln dem Raum ein modernes Flair. Weniger Aufwand erfordert eine Wandgestaltung mit dem sogenannten Fliese-auf-Fliese-Verfahren. Dies kommt allerdings nur in Betracht, wenn Raumaufteilung und Objektanordnung unverändert bleiben und keine oder nur geringe Installationsmaßnahmen anstehen. Dafür muss die vorhandene Fliesenwand so vorbereitet werden, dass der Untergrund tragfähig und eben ist.

Farbe im Bad
Vor allem die Wand am Waschtisch ist prägend. Werden lediglich hier die vorhandenen Fliesen entfernt, kann eine gemusterte wasserfeste Tapete oder ein farbiger Anstrich mit wasserfester Farbe dem Bad den letzten Kick geben. Zudem lässt sich dann die Oberfläche nach ein paar Jahren immer mal wieder unkompliziert neugestalten. Ein Detail, aber dennoch wirkungsvoll: Farbig passende Steckdosen oder Lichtschalter verschwinden optisch in der Wand. Gestalterisch wichtig sind natürlich auch die Form und die Farbe des Waschbeckens. Das gab es doch schon mal in den 1970er-Jahren? Stimmt: Sanitärprodukte mit der Farbbezeichnung „Bahamabeige“ oder „Kalaharigelb“ revolutionierten damals die Nasszelle. So hält zwar die Farbigkeit nach vielen Jahrzehnten des reduzierten Designs in Weiß und Grau wieder Einzug in unsere Bäder. Allerdings nun mit einem ganz anderen Ansatz: Der gesamte Raum gilt als zu gestaltende Einheit. Farbe wird nicht nur punktuell, sondern als grundlegendes Gestaltungsmerkmal eingesetzt. Mit einem bemerkenswerten Effekt: Werden Sanitärobjekte und Wandfarben in ein und demselben Farbton gestaltet oder farblich aufeinander abgestimmt, wirken die Sanitärelemente eher wie Möbelstücke und nicht wie notwendig vorhandene praktische Nutzobjekte. Wird dann noch statt eines herkömmlichen Siphons ein Designsiphon installiert, ist das Upgrade perfekt.

Susanne Speckter

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