Appell an private Immobilieneigentümer: Sagen Sie öffentlich Ihre Meinung!

Geht man von den oft gehörten Meinungen aus, dann sind Immobilieneigentümer reiche Leute: Vermieter bekämen doch hohe Mieteinnahmen, wie könne man da jammern? Mit Wohnraum würden Eigentümer hohe Gewinne erzielen, um noch reicher zu werden. Oder auch: Erben von Immobilien sollten doch froh sein, Vermögen umsonst oder eben mit einer nur geringen Steuerbelastung zu erhalten. Wer eine Immobilie erbt, der könne doch auch mal locker 100.000 Euro für die Erbschaftsteuer aufbringen.

Diese und ähnliche Aussagen beherrschen oftmals die öffentliche Meinung. Doch haben sie mit der Realität, mit der private Vermieter konfrontiert sind, wenig zu tun. Etwas deutlicher ausgedrückt: Die Misere von Immobilieneigentümern wird in der öffentlichen Diskussion zu wenig erkannt und thematisiert. Zum Beispiel sehen sich viele Erben nicht mehr in der Lage, bei Übertragungen des Immobilienvermögens die anfallende Schenkungsteuer oder im Todesfall die Erbschaftsteuer zu bezahlen. Die Belastungen sind einfach zu hoch geworden.

Die Mär von den immer weiter steigenden Mieten
Weiterhin hält sich das Bild der immer weiter steigenden überteuerten Mieten. Doch dieser Sachverhalt wird zu wenig in Relation gesetzt: Denn auch die Löhne und Gehälter steigen stetig, und zwar im Schnitt stärker als die Mieten. Dass die Menschen natürlich in Zeiten von hoher Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten mehr Geld in der Tasche haben müssen, ist nur gerecht. Fakt ist auch, dass angesichts von steigenden Darlehenszinsen, Fachkräftemangel und hohen Personalkosten die Instandhaltungs- und Verwaltungskosten von Immobilien steigen. Nur darf sich das nicht auf die Miete auswirken. Um dies sicherzustellen, wird politisch mit diversen Instrumenten wie Mietpreisbremse, Kappungsgrenze und einer ortsüblichen Vergleichsmiete, die die Realität nicht abbildet, nachgeholfen. Nur für das eigentliche Problem, dass vor diesem Hintergrund noch kaum jemand neuen (Miet-)Wohnraum schaffen möchte, hat die Politik noch kein Instrument ersonnen.

Nicht finanzierbare Sanierungskosten in Zeiten der Energiewende
Hinzu kommt, dass im Zuge der Energiewende den Gebäuden ganz neue Anforderungen abverlangt werden: eine Fassadendämmung, neue Fenster und ein gedämmtes Dach, damit das neue Heizungssystem – wahrscheinlich eine Wärmepumpe – auch im Altbau effizient eingesetzt werden kann. Eine umfassende energetische Sanierung ist für viele Eigentümer nicht finanzierbar. Schließlich hat man Immobilienvermögen, sogenanntes Betongeld, nicht im Geldbeutel. Die Mieteinnahmen reichen nicht aus, um hohe Summen auf die Seite zu legen. Schließlich ist auch die Steuerbelastung enorm. Viele Immobilieneigentümer verfügen nicht über genügend Eigenkapital, sodass sie einen Sanierungskredit aufnehmen müssen – und dies eventuell nicht können. Reichen die Mieteinnahmen nicht aus, muss die Immobilie veräußert werden, und ein weiterer privater Vermieter wird vom Markt verdrängt. Seinen Platz nehmen in den meisten Fällen dann große Immobilienunternehmen ein.

Private Vermieter sind soziale Vermieter
Dabei sind private Vermieter soziale Vermieter, wie unsere Befragung regelmäßig zeigt: Unter unseren Mitgliedern befinden sich viele Eigentümer, die bezahlbare Wohnungen anbieten wollen, um somit zum Gemeinwohl beizusteuern. Viele private Vermieter erhöhen die Miete nur selten während eines laufenden Mietverhältnisses und sind an einem langfristigen guten Verhältnis zu ihren Mietern interessiert. Besonders diese Eigentümer, die unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete vermieten, sind übrigens von der Kappungsgrenze betroffen. Und noch ein weiterer Stein wird sozialen Vermietern in den Weg gelegt: Schließlich dürfen Vermieter in der Regel nicht unter 50 Prozent der ortsüblichen Miete verlangen, um nicht den Werbungskostenabzug gekürzt zu bekommen.

Appell 1: Sagen Sie Ihre Meinung!
Haus & Grund bekommt immer wieder Anfragen von Journalisten, ob wir Immobilieneigentümer vermitteln können, die sie zu den Problemen interviewen können. Die Resonanz ist leider meist gering. Wir raten: Reden Sie über die Probleme, schweigen Sie nicht. Damit leisten Sie einen wertvollen Beitrag zu unserer Arbeit, bei der wir der Politik und der allgemeinen Öffentlichkeit Missstände im Mietrecht und in allen anderen Rechtsbereichen rund um die Immobilie aufzeigen. Melden Sie sich bei Ihrem Haus & Grund-Verein, und gehen Sie mit Ihrer Meinung als Immobilieneigentümer an die Öffentlichkeit.

Appell 2: Werden Sie Teil unseres WohnKlima-Panels!
Das WohnKlima-Panel ist ein Umfrage-Tool von Haus & Grund. Dabei handelt es sich um eine Online-Plattform, bei der die registrierten Teilnehmer eine Datenbank bilden, aus der wir Zielgruppen für Umfragen zu verschiedenen Themen bilden können. Die ausgewerteten Umfrageergebnisse liefern dann die Grundlage für unsere politische Argumentation. Registrieren Sie sich jetzt unter hausund.co/panel1, unterstützen Sie die Wissenschaft und gestalten Sie Politik aktiv mit!

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Private Vermieter weiterhin die Nummer 1 des Mietwohnungsmarktes

Private Vermieter bilden noch immer das Rückgrat des deutschen Mietwohnungsmarktes in Deutschland. Das unterstreichen auch die neuen Zensus-Ergebnisse. Noch immer werden 63,5 Prozent und somit fast zwei Drittel aller Wohnungen von privaten Vermietern (Privatpersonen und Gemeinschaften von Wohnungseigentümern) zur Verfügung gestellt.

Trotz der dominierenden Stellung, die dieser Vermietertyp in der Wohnungswirtschaft einnimmt, kommen die Bedürfnisse privater Vermieter aufgrund der großen Heterogenität der Einzeleigentümer in der politischen Debatte oft zu kurz. Die neuen Zahlen des Zensus 2022 helfen uns aber dabei, weiter für die Interessen unserer Mitglieder zu kämpfen und ihre enorme volkswirtschaftliche Bedeutung in den Fokus zu rücken.

Dieses und weitere spannende Ergebnisse können Sie auf der Zensus-Datenbank abrufen unter:
ergebnisse.zensus2022.de/datenbank/online/

Kai H. Warnecke, Präsident Haus & Grund Deutschland

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