Kommentar: Die Fakten sprechen eine andere Sprache

Die Diskussion über steigende Wohnkosten wird häufig mit großer Vehemenz geführt. Umso wichtiger ist es, sich auf belastbare Fakten zu stützen. Genau das ermöglicht unsere Vermieterbefragung: Mehr als 24.000 private Vermieter haben sich beteiligt – ein außergewöhnliches Ergebnis, für das ich mich herzlich bedanke. Die hohe Beteiligung erlaubt ein repräsentatives Bild des privaten Mietwohnungsmarktes.

Dieses Bild unterscheidet sich deutlich von mancher politischen Darstellung: Sechs von zehn privaten Vermietern haben in den vergangenen Jahren überhaupt keine Mieterhöhung vorgenommen. Und wenn Mieten angepasst werden, dann meist erst nach drei bis fünf Jahren. Eine regelmäßige Ausschöpfung der rechtlich möglichen Marktmiete ist die Ausnahme. Private Vermieter denken langfristig und handeln mit Augenmaß.

Ganz anders entwickelt sich ein anderer Bestandteil der Wohnkosten: die kommunalen Gebühren. Die Belastungen über die Betriebskosten steigen kontinuierlich. Allein die Müllgebühren sind in den 100 größten untersuchten Städten innerhalb von vier Jahren durchschnittlich um rund 13 Prozent auf 351 Euro pro Jahr gestiegen.

Wer über bezahlbares Wohnen spricht, darf den Blick darum nicht allein auf die Nettokaltmiete richten. Auch die öffentliche Hand trägt Verantwortung. Eine ehrliche Wohnungspolitik misst sich nicht an Schlagzeilen, sondern an den tatsächlichen Kostentreibern – und dazu gehören längst auch die stetig steigenden kommunalen Abgaben.

Kai Warnecke, Präsident Haus & Grund Deutschland

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